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Risikolebensversicherung zum Schutz des Erbschaftssteuerfreibetrages

Bei unseren Mandanten fällt uns regelmäßig auf, dass sie begrüßenswert eine Risikolebensversicherung haben zur Absicherung des wirtschaftlichen Risikos insbesondere beim Immobilienerwerb. Diese sind aber nicht effektiv eingerichtet. Der Erbschaftssteuerfreibetrag wird damit vergeudet. Wir erläutern das an einem einfachen Fall.

Die Mutter hat eine Immobilie erworben und zur Absicherung der Tochter für den Kredit eine Risiko Lebensversicherung begründet. Der Wert der Immobilie sei 500.000 €. Der Kredit beläuft sich auf 100.000 € und die Risiko Lebensversicherung hat den gleichen Wert. Im Erbfall erbt die Tochter die Immobilie belastet mit dem Kredit, Wert 400.000 zuzüglich der Risikolebensversicherung Wert 100.000 Gesamt 500.000. Das Erbe übersteigt den Freibetrag von 400.000 um 100.000. Insoweit fällt Erbschaftssteuer an.

Die bezugsberechtigte Tochter hat einen direkten Anspruch auf Auszahlung gegen die Versicherung. Diese ist also zur Leistung an die im Vertrag benannte Person verpflichtet, da ein echter Vertrag zu Gunsten Dritter gem. §§ 328 ff BGB vorliegt. Dieser Anspruch entsteht in dem Moment, in dem die Versicherung fällig wird - bei einer Risikolebensversicherung also mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Die Versicherung fällt auch nicht für eine logische Sekunde in den Nachlass, sondern bleibt von diesem unabhängig, wie bereits der BGH entschieden hat (BGHZ 41, 96). Die Versicherungsleistung ist Erbe und zu versteuern.

Gerade für unverheiratete Paare oder eheähnliche Lebensgemeinschaften kann dies zu Geldeinbußen führen, denn bei Paaren ohne Trauschein beträgt der Steuerfreibetrag nur 20. 000,00 Euro, bei Ehepartner 500.000,00 Euro, bei Kindern 400.000,00 Euro.

Wir erläutern Ihnen, wie Sie hier Erbschaftssteuer sparen können.

Sie sollten nicht Ihr eigenes Leben versichern, sondern das ihres Partners und der sollte wiederum Ihr Leben versichern. Man nennt dies Risikolebensversicherung über Kreuz.

Oder Ihr Kind ist Versicherungsnehmer und Sie sind die versicherte Person. Bei dieser Risikolebensversicherung zahlen Sie für die Absicherung Ihres Kindes im Falle Ihres Todes. Beitragszahler und Versicherungsnehmer können voneinander abweichen. Da Ihr Kind Versicherungsnehmer ist, erbt es nichts, sondern Sie haben selbst für Ihren Hinterbliebenenschutz gezahlt. Somit wird die Versicherungssumme nicht mehr als Erbe behandelt, sondern gilt als Vertragsleistung und ist damit steuerfrei.

Gerade bei größeren Besitzständen ist diese Form der Risikolebensversicherung interessant, da die Freibeträge oft nicht ausreichen, um alle Vermögensgegenstände steuerfrei zu transferieren.

Natürlich bedarf diese steuergünstige Form der Absicherung eine klare Regelung im Testament um zu vermeiden, dass der Versicherungsnehmer zum Erhalt der Versicherung Ihnen nach dem Leben trachtet.

Verbraucher sollten diesen kleinen Kunstgriff nicht ungeprüft auf ihren Fall übertragen. Es können beispielswiese Gebühren für den doppelten Vertragsabschluss anfallen, die dann die Kosten einer Risikolebensversicherung in die Höhe treiben können.

Deshalb sollten Sie, um nicht den Überblick im Erbrecht zu verlieren, auf kompetente Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht setzen. Gemeinsam prüft er mit Ihnen, welchen Schutz Sie wirklich brauchen und mit welchen Regelungen dieser sich sinnvoll erweitern lässt. Warten Sie nicht länger, nutzen Sie jetzt die Chance sich kosteneffektiv und allumfassend abzusichern!

Wir schlagen vor, Ihre Rechte im Detail mit Ihnen zu beraten und zu gestalten - bundesweit! Vereinbaren Sie hierzu einen Besprechungstermin, einen Telefontermin oder senden Sie uns eine Mail.

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M. Peper
Fachanwältin für Erbrecht
Zertifizierte Testamentsvollstreckerin
Fachanwältin für Familienrecht

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