„Das wird schon irgendwie geregelt“ – diesen Satz hören wir oft. Und genau hier beginnt das Problem: Beim Erbe passieren die teuersten Fehler nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit. Gerade wenn Immobilien, Patchwork-Familien oder mehrere Kinder beteiligt sind, wird das Erben schnell zur juristischen und emotionalen Zerreißprobe.
Wir sind Fachanwälte für Erbrecht und Fachanwälte für Familienrecht. In diesem kurzen Artikel erklären wir leicht verständlich, worauf es beim Erben wirklich ankommt – und warum viele Familien die falschen Weichen stellen.
Warum das Thema „Erbe“ aktuell so brisant ist
Das Thema Erbe ist in Deutschland nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich riesig. Immobilienpreise, Vermögensübertragungen und familiäre Konflikte sorgen dafür, dass „Wer bekommt was?“ zu einer der wichtigsten Fragen wird, die Familien klären müssen – am besten rechtzeitig.
Denn: Wer zu spät plant, plant am Ende nicht mehr selbst – dann regeln andere den Nachlass. Im schlimmsten Fall entscheiden Streit, Zufall oder starre gesetzliche Regeln.
Erbe ohne Testament: Dann entscheidet das Gesetz (und nicht die Familie)
Viele Menschen gehen davon aus: „Mein Ehepartner bekommt automatisch alles.“ Das stimmt so nicht.
Wenn es kein Testament gibt, gilt die gesetzliche Erbfolge.
Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.
Wer erbt, ergibt sich dann nicht aus „Logik“, sondern aus einem System. Typisch ist: Ehepartner erbt nicht allein, sondern oft gemeinsam mit Kindern. Und dann entsteht häufig eine Erbengemeinschaft, die konfliktanfällig ist.
Die Erbengemeinschaft: Das häufigste Streitmodell in Deutschland
Ein Klassiker: Haus, Wohnung oder Grundstück wird gemeinsam geerbt. Das klingt zunächst fair – in Wahrheit ist es oft der Startschuss für Streit.
Denn die Erbengemeinschaft ist keine „friedliche Gemeinschaft“, sondern eine Zwangsgemeinschaft.
Mehrere Erben werden mit dem Erbfall gemeinschaftlich Erben (Erbengemeinschaft).
Wer gemeinsam erbt, muss gemeinsam entscheiden. Und wenn einer verkaufen will, der andere vermieten und der dritte „nichts tun“, entsteht juristische Blockade.
Patchwork-Erbe: Hier fliegt besonders häufig alles auseinander
Wenn zweite Ehe, neue Partner, Kinder aus verschiedenen Beziehungen oder Stiefkinder beteiligt sind, braucht das Erbe eine klare Struktur. Sonst wird aus dem Nachlass ein Konfliktfeld.
Wichtig: Stiefkinder sind nicht automatisch gesetzliche Erben. Wer Stiefkinder bedenken will, muss das aktiv regeln.
Wenn das nicht passiert, führt das oft zu unfairen Ergebnissen – und zu jahrelangem Ärger.
Der Pflichtteil: Der unsichtbare Sprengsatz im Erbe
Viele Testamente scheitern in der Praxis am Pflichtteil. Pflichtteilsberechtigte können Geld verlangen – selbst dann, wenn sie „enterbt“ wurden.
Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen.
Das bedeutet: Man kann zwar durch Testament bestimmen, wer Erbe wird – aber nahe Angehörige können trotzdem Ansprüche haben. Besonders dramatisch wird das, wenn im Nachlass fast nur eine Immobilie ist: Dann fehlt häufig Liquidität, um Pflichtteilsansprüche zu bezahlen.
Das größte Missverständnis: „Ein Testament reicht doch“
Ein Testament ist wichtig – aber ein schlechtes Testament ist manchmal schlimmer als gar keines.
Denn: Ein Testament muss verständlich, juristisch sauber und familienlogisch sein. Fehlerquellen sind z. B.:
- unklare Formulierungen („mein Haus soll in der Familie bleiben“)
- Widersprüche („A erbt alles – aber B bekommt die Hälfte“)
- fehlende Lösungen für Pflichtteil, Immobilie und Ausgleich
- keine Regelung für den Fall, dass jemand vorversterbt
Was in der Familie „schon klar“ ist, ist im Streitfall oft nicht beweisbar.
Erbe und Immobilie: Warum gerade Häuser besonders gefährlich sind
Beim Erbe einer Immobilie entstehen oft drei typische Probleme:
Erstens: Geschwister erben gemeinsam und blockieren sich.
Zweitens: Pflichtteil muss ausgezahlt werden, aber Geld ist nicht da.
Drittens: Ein Erbe wohnt im Haus, die anderen wollen verkaufen – und dann eskaliert es.
Wenn die Immobilie das Herzstück des Nachlasses ist, braucht es fast immer eine vorausschauende Regelung, wie sie genutzt, übernommen oder abgefunden wird.
Unser Rat: Wer sein Erbe regeln will, sollte jetzt handeln – nicht erst „irgendwann“
Ein Erbfall kommt meist unerwartet. Und dann ist es zu spät für Gestaltung.
Wenn wir es traditionell und sauber machen wollen, gilt: Man regelt Nachfolge nicht im Streit, sondern in Ruhe, mit klarem Testament und nachvollziehbaren Lösungen – so wie es gute Familien seit Generationen tun: geordnet, fair und schriftlich.
Kostenfreie Ersteinschätzung – täglich telefonisch bis 22:00 Uhr
Wir sind Fachanwälte für Erbrecht und Fachanwälte für Familienrecht. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Testament wirklich passt, ob Pflichtteilsrisiken bestehen oder wie eine Immobilie im Erbe sinnvoll geregelt werden kann, helfen wir gern weiter.
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gez. M. Peper
Fachanwältin für Erbrecht
Zertifizierte Testamentsvollstreckerin
Fachanwältin für Familienrecht
Zertifizierte Mediatorin
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